Geschichte
Universität Witten/Herdecke
Exil und Selbstmord:
Die Außenseiterin Alice Rühle-Gerstel (1929-1943) aus einer kulturgeschichtlichen Perspektive
Lizette Jacinto, geboren in Mexiko Stadt, studierte Geschichte an der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko Stadt (UNAM) mit einem Schwerpunkt auf Carlo Ginzburg und die Italienische Microstoria. Magisterabschluss am Institut für Sozialwissenschaften an der Autonomen Universität von Puebla (BUAP, Mexiko) zum Thema „Rosalie Evans: Eine Microstoria der postrevolutionären Zeit in Mexiko“. Dort auch Organisation internationaler Tagungen. Seit 2004 Doktorandin an der Universität Witten-Herdecke mit einem Stipendium des Deutschen Akademischen Austausch Dienstes (DAAD) und des Consejo de Ciencia y Tecnología (CONACyT, Mexiko). Forschungsaufenthalte in Amsterdam, Göttingen, München und Mexiko Stadt. Ihre Schwerpunkte sind Historiographie des 20. Jahrhunderts, Biographie, Soziale Bewegungen, Microstoria, Emigration, Gender Studies und Kulturgeschichte. Seit Juli 2006 assoziiertes Mitglied im Graduiertenkolleg des Humanismus-Projekts.
Dissertation
Publikationen
Exil und Selbstmord:
Die Außenseiterin Alice Rühle-Gerstel (1929-1943) aus einer kulturgeschichtlichen Perspektive
(Betreut von Prof. Dr. Jörn Rüsen, KWI)
Über die Individualpsychologin, Übersetzerin, Herausgeberin und linke Schriftstellerin Alice Rühle-Gerstel, geboren 1894 in Prag, versuche ich eine kulturelle Rekonstruktion der zwanziger und dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts zu schreiben. Alice Rühle-Gerstel wurde in eine jüdische Familie geboren, war jedoch immer in deutsche Gymnasien und Universitäten eingeschrieben. Sie heiratete den bekannten deutschen Pädagogen Otto Rühle. Am Anfang des Jahres 1932 floh sie nach Prag ins Exil. Später zog das Ehepaar nach Mexiko. Dort beging Alice Rühle-Gerstel 1943 Selbstmord.
Ausgehend von der Person und der Lebensgeschichte Alice Rühle-Gerstels versuche ich in meiner Dissertation ein komplexes Verständnis von Europa und Mexiko zu erreichen. Die aus Prag stammende deutsch-jüdische Journalistin und Verlegerin hat viele unterschiedliche Schriften hinterlassen, wie Briefe, Tagesbücher, Autobiographisches, Romane, Gedichte, die interessanten und bisher nur unzureichend bearbeiteten Stoff für die Forschung bieten. Davon ausgehend zielt die Arbeit auch auf eine Problematisierung der Begriffe Identität, Humanismus, Kultur, Exil und Selbstmord ab, auf die das Leben und die vielfältigen Schriften von Alice Rühle-Gerstel eine andere Perspektive ermöglichen.
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