Gemeinsam mit dem Goethe-Institut Ägypten veranstaltete das von der Stiftung Mercator geförderte KWI-Projekt „Humanismus in der Epoche der Globalisierung“ vom 6. bis zum 8. April 2009 das Internationale Symposium “Humanism in Islam - An Intercultural Discourse”. An dieser Veranstaltung, die in der Bibliotheca Alexandrina stattfand, nahmen ausgewiesene WissenschaftlerInnen aus Ägypten, Deutschland, Indien, Mexiko, Niederlanden und Taiwan teil (auf dem Foto links: der Leiter des Humanismus-Projekts,
Jörn Rüsen, rechts daneben Ilse Lenz, Bochum und Oliver Kozlarek, Mexico). Eines der wichtigsten Ziele des Humanismus-Projekts, die kulturellen Unterscheide in der Auffassung vom Menschsein des Menschen, scharf herauszuarbeiten sowie die Möglichkeiten eines kulturübergreifenden Humanismus zu erkunden, wurde erreicht. An Gegensätzen und Kontroversen hat es nicht gefehlt, und eben deshalb waren die erzielten Übereinstimmungen in der Analyse der Problemlage im Verhältnis zwischen den islamischen Ländern und dem Westen so wertvoll.
Selten wurde die Vitalität der Religion in den gegenwärtigen Konflikten deutlicher angesprochen als in den Debatten der muslimischen TeilnehmerInnen mit den VertreterInnen säkularer Kulturen – aber auch untereinander. Mit entschiedenem Selbstbewusstsein haben die muslimischen TeilnehmerInnen ihre religiöse Tradition gegenüber der kulturellen Dominanz des Westens zur Geltung gebracht. Umgekehrt haben die nicht-muslimischen TeilnerhmerInnen eindrucksvoll ihre Bereitschaft signalisiert, sich auf diese Unterschiede einzulassen und sie verständlich zu machen.
Angesicht der dabei zutage tretenden Gegensätze war es für die gesamt Debatte außerordentlich wichtig, dass chinesische, indische und lateinamerikanische Perspektiven des Humanismus eingebracht wurden. Damit rückte die Debatte aus der üblichen fatalen Enge eines vertrackten Ost-West-Gegensatzes heraus und gewann eine wahrhaft interkulturelle Dimension. Selbstverständlich gab es keine Patentlösung der Konflikte. Wohl aber eine Verständigung, dass es ein grundlegendes, alle kulturellen Differenzen überschreitendes Gesicht der Menschlichkeit gibt.
Ein besonderes Profil gewann die Veranstaltung durch die Teilnahme von Ibrahim Abouleish (Trägers des alternativen Nobelpreises und Gründer des SEKEM-Projekts in Ägypten), Heidrun Tempel (Beauftragte des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland für den Dialog der Kulturen), Mohamed Shehat El-Gundi (Generalsekretär des Supreme Council for Islamic Affairs) und durch die Teilnahme des prominenten muslimischen Public Intellectuell Gamal Al-Banna
Im Anschluss an die Tagung reisten der Leiter des Humanismus-Projekts, Jörn Rüsen, zusammen mit TeilnehmerInnen des Symposiums nach SEKEM, um sich von dem Gründer Ibrahim Abouleish die Einrichtungen zeigen und erklären zu lassen. (Einen Bericht mit Fotos finden sich
hier).
Pressestimmen
Marcel Siepmann, Essen 14. April 2009
6.-8. April 2009
In Zusammenarbeit mit dem
Goethe-Institut in Kairo und der
Bibliotheca Alexandrina (Foto) in Alexandria wird das Humanismus-Projekt vom
6.-8. April 2009 ein internationales Symposium unter dem Titel „Humanism in Islam – An Intercultural Discourse“ abhalten. Teilnehmen werden Experten und Expertinnen aus Deutschland, Ägypten, China und Indien. Sie werden Fragen eines kulturübergreifenden Humanismus mit der besonderen Rücksicht auf den Islam diskutieren. Themen wie „Islam and Europe – Ideas of peaceful intercultural communication“ oder “Humanism and Modernity in Islam” sind zwei Panel-Beispiele dieser Tagung, auf der unter anderen der Vorsitzende des ägyptischen Parlamentsausschusses für außenpolitische Angelegenheiten, Mustafa Al-Fiqi, Georg Essen (Nijmegen), Hassan Hanafi (Cairo), Mahmoud Hamdy Zakzouk (Religionsminister Ägypten) oder auch Stefan Reichmuth und
Jürgen Straub (beide Bochum) teilnehmen werden. Weiterer Höhepunkt wird die Vorstellung des
SEKEM-Projekts darstellen, das durch den Leiter und Gründer dieses Vorhabens, Ibrahim Abouleish, vorgestellt werden wird. SEKEM ist ein 1977 gegründeter Versuch, durch nachhaltiges Wirtschaften und einer ganzheitlichen Pädagogik, den Menschen in den oftmals armen Verhältnissen Ägyptens eine Perspektive zu geben. Der humanistische Ansatz dieses Vorhabens soll Gegenstand von Diskussionen und Überlegungen der Teilnehmer des Symposiums werden.
Marcel Siepmann, März 2009
21.-23. November 2008
Eine internationale Konferenz des Humanismus-Projekts am KWI, unter der Leitung von Surendra Munshi (Institute of Management, Kalkutta), Jörn Rüsen (KWI) und Reimar Volker (Goethe-Institut Kalkutta). Die internationalen Wissenschaftler der Veranstaltung diskutieren über Unterschiede und Gemeinsamkeiten eines humanistischen Denkens in den westlichen und fernöstlichen Denktraditionen.
Teilnehmer: Christoph Antweiler (Bonn University), Mohit Chakrabarti (Visva-Bharati University, Shantiniketan), Georg Essen (Raboud University, Nijmegen), Gopalkrishna Ghandi (Gouverneur of the Indian department West-Bengal; inquired), Meenakshi hanna (Indraprastha College, New-Delhi), Ramendra Nath (Patna College, Patna), Susmita Pande (Vikram Universität, Ujjain) et al.
21. und 22. November 2008
Ein internationales Symposium zum Thema
Buddhismus und Menschenrechte: Theorie - Praxis - Perspektiven findet am Zentrum für Buddhismuskunde am Asien-Afrika-Institut der Universität Hamburg in Kooperation mit dem Humanismus-Projekt am KWI statt.
Ort: Zentrum für Buddhismuskunde am Asien-Afrika-Institut der Universität Hamburg, Flügel Ost, Raum 221
Die Veranstaltung ist öffentlich. Eintritt frei.
3.-5. Oktober 2008
Eine Veranstaltung des Humanismus-Projekts in Kooperation mit dem Sonderforschungsbereich 626 "Ästhetische Erfahrung im Zeichen der Entgrenzung der Künste" des
Teilprojekts C2 der Freien Universität Berlin. Neben dem Leiter des Projekts, Jörn Rüsen, werden auch Hubert Cancik (Berlin), Mark-Georg Dehrmann (Hannover), Helmut Hühn (Jena), Martin Vöhler (Berlin), York-Gothart Mix (Marburg), Volker Riedel (Jena), Alfred Schäfer (Köln) u.a. teilnehmen und eine vielfältiges
Programm anbieten.
Ort: Institut für Theaterwissenschaft, FU Berlin (Anmeldung: SFB 626, FU Berlin, E-mail:
sfb626@zedat.fu-berlin.de)
18. - 21. November 2007
Internationale Konferenz in englischer Sprache in Hongkong. Eine Kooperation des Humanismus-Projekts am KWI mit der City University of Hong Kong.
5.-7. Oktober 2007
Konferenz in deutscher Sprache am Institut für Theaterwissenschaften der Freien Universität Berlin. Eine Kooperation des Humanismus-Projekts am KWI mit dem Teilprojekt C 2 "Antike Konzepte ästhetischer Erfahrung und ihre moderne Rezeption" des Sonderforschungsbereichs 626 "Erfahrung im Zeichen der Entgrenzung der Künste" der Freien Universität Berlin.
Programm
Plakat
Bericht
Bericht 2
8. - 11. September 2007
Internationale Konferenz in englischer Sprache in Haus Ortlohn, Iserlohn. Eine Kooperation des Humanismus-Projekts am KWI mit dem Center for Comparative Studies of World Civilizations (Chinese Academy of Social Sciences), Macao Foundation, School of Foreign Languages (Nanjing Normal University) und dem Institute of Cultural Studies (Shanghai Academy of Social Sciences).
3. - 6. September 2007
Internationale Konferenz in englischer Sprache in Haus Villigst, Schwerte. Eine Kooperation des Humanismus-Projekts am KWI mit dem Institute for Advanced Studies in Humanities and Social Sciences, National Taiwan University, gefördert von der Chiang Ching-Kuo Foundation, Taipei, Taiwan.
5. - 6. Juni 2007
Workshop in englischer und spanischer Sprache im Kulturwissenschaftlichen Institut Essen. Organisiert von Oliver Kozlarek (Universidad Michoacana, Mexiko), Gastwissenschaftler des Humanismus-Projekts am KWI..
22.-23. Februar 2007
Konferenz in deutscher und englischer Sprache an der Universität Witten/Herdecke. Eine Kooperation des Humanismus-Projekts am KWI mit dem Lehrstuhl für Evolutionsökonomik und Institutionentheorie der Wirtschaftsfakultät der Universität Witten/Herdecke.
25. Januar 2007
Konferenz in spanischer Sprache am Centro de Cooperación Regional Para la Educación de Adultos en América Latina y el Caribe (CREFAL), Pátzcuaro, Mexiko. Organisiert von Oliver Kozlarek, Gastwissenschaftler des Humanismus-Projekts am KWI im Sommersemester 2007.
4. - 6. September 2006
Internationale Konferenz in englischer Sprache im Krüger Nationalpark, Südafrika. Eine Kooperation des Humanismusprojekts am KWI mit der North-West University, Südafrika.
6.-8. Juli 2006
Eröffnungskonferenz des Projekts "Der Humanismus in der Epoche der Gloablisierung. Ein interkultureller Dialog über Menscheit, Kultur und Werte" in englischer Sprache in der Philharmonie Essen.
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