Kontakt: PD Dr. Martin Vöhler:
martin.voehler@fu-berlin.de, Prof. Dr. Hubert Cancik:
h.cancik@web.de
Leitung: PD Dr. Martin Vöhler (Freie Universität Berlin) und Prof. Dr. Hubert Cancik (Universität Tübingen)
Mitglieder: Dr. Mark-Georg Dehrmann (Germanistik, Osnabrück), Prof. Dr. Yvonne Ehrenspeck (Pädagogik, Oldenburg), Prof. Dr. John Hamilton (Comparative Literature, New York University), Dr. Helmut Hühn (Philosophie, Jena), Prof. Dr. Volker Riedel (Klassische Philologie, Jena), PD Dr. Alfred Schäfer (Archäologie, Köln), Prof. Dr. Uwe Steiner (German Studies, Rice University, Houston), Dr. Antje Wessels (Klassische Philologie, FU-Berlin)
In Kooperation mit dem Humanismusprojekt und dem Sonderforschungsbereich 626 der Freien Universität Berlin „Ästhetische Erfahrung im Zeichen der Entgrenzung der Künste“ zielt die Arbeitsgruppe auf die Erhellung der antiken Grundlagen des europäischen Humanismus und ihrer Rezeption insbesondere im 18. Jahrhundert. Die Analyse der historischen Entwicklung des europäischen Humanismus im 18. Jahrhundert dient als Folie und Kontrast für den Humanismus in der Epoche der Globalisierung. In der ersten Förderperiode (2007-2010) steht die Herausbildung des vom Bürgertum getragenen Humanismus im Zentrum der Analyse. Die Entwicklung vollzieht sich durch den Einsatz neuer Medien und Institutionen (literarische Gesellschaften, Zeitschriften, Erweiterung des literarischen Markts, Kulturtransfer durch Übersetzungen, Theatergründungen), durch Reformen des Unterrichts an Schulen und Universitäten (Philanthropinismus/Neuhumanismus, Erweiterung des universitären Fächerkanons), durch die Neuorganisation der Wissenschaften und die Bildung neuer Disziplinen (Anthropologie, Ästhetik, Psychologie, Geschichtsphilosophie).
Die Arbeitsgruppe untersucht folgende Leitfragen: Welche Funktionen erfüllen die antike Kunst, Literatur und Philosophie bei der Konzeption und Kritik der Moderne im 18. Jahrhundert? Wie verbindet sich der Rekurs auf antike Grundlagen (ius naturale, ius humanum, libertas religionis) mit den Forderung nach Freiheit, Gleichberechtigung und religiöser Toleranz in der humanistischen Theoriebildung, die zum Abbau der Religionsunterschiede, zur Überwindung des Feudalabsolutismus wie auch zur Konzeption des ‚Neuhumanismus‘ führt? Inwieweit ist der Humanismus durch eurozentrische Ansätze bestimmt? Gibt es bereits im 18. Jahrhundert Positionen, die über den Eurozentrismus auf einen globalen Humanismus vorausweisen?
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