Zhu Weizheng (
Fudan Universität, Shanghai) ist von September bis Dezember 2007 Gastwissenschaftler am KWI, ein zweiter Aufenthalt ist für das Frühjahr 2008 vorgesehen. Dem Humanismusprojekt ist es in Zusammenarbeit mit dem Seminar für Sinologie und Koreanistik der Universität Tübingen gelungen, mit Zhu Weizheng einen der renommiertesten Historiker der Volksrepublik China zu gewinnen, der in Essen an einer Monographie zum Thema Humanismus in China arbeiten wird. Professor Zhu studierte Geschichte von 1955-60 und nahm seine Lehrtätigkeit an der Fudan-Universität in Shanghai 1960 auf. Zhu Weizheng hat zahlreiche Gastprofessuren in den USA, in Kanada, Taiwan, Hongkong, Korea und Deutschland (München, Göttingen, Heidelberg) innegehabt. Der Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Arbeit liegt auf den Gebieten der chinesischen Historiographie und Kanongelehrsamkeit (經學史), der Ideengeschichte der späten Qing- und frühen Republik-Zeit sowie der Begegnungsgeschichte Chinas mit dem Westen. Zhu Weizheng ist Herausgeber vieler bedeutender Editionen. Zu seinen bekanntesten Werken gehört eine systematisch angelegte Essaysammlung zur Geschichte der späten Kaiserzeit mit dem Titel Coming Out of the Middle Ages (走出中世紀). Über seine wissenschaftlichen Leistungen hinaus wird er als kritischer Zeitgeist, der sich in die gegenwärtigen intellektuellen Diskurse einmischt und couragiert Stellung gegen politische Einflussnahmen auf Lehre und Forschung bezieht, geachtet. Im Juli 2006 wurde Zhu Weizheng als erstem chinesischen Historiker die Ehrendoktorwürde der Universität Hamburg verliehen.
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